Feierlicher Jubiläumsabend an der Eichendorffschule

Schule ist heutzutage mehr Lebensraum denn je. Wie vielfältig der sein kann, wurde beim 50-jährigen Jubiläum der Eichendorffschule deutlich.

Schule ist für Manfred Koch, mittlerweile seit mehr als 30 Jahren Schulleiter der Eichendorffschule, schon immer viel mehr, als den Kindern Rechnen, Lesen und Schreiben beizubringen. Sein Credo und das seines Kollegiums ist, den jungen Menschen eine umfassende Bildung zu vermitteln, eine Bildung in einem ganzheitlichen Sinne, eine Bildung, die sie fit fürs Leben macht.

Jeden Tag Chancen geben

Für diese Arbeit erhielten Koch und die Lehrerinnen und Lehrer am Freitagabend beim Festakt in der Schulaula viel Lob. So bescheinigte Oberbürgermeister Rudolf Michl der Eichendorffschule eine Vorreiterrolle. Er würdigte insbesondere die Bemühungen der Schule, auf jedes einzelne Kind einzugehen und es ganz individuell zu fördern. So werde einer der Leitsätze der Schule, „Chancen geben“, Tag für Tag in die Tat umgesetzt.

Voll des Lobes war auch Ursula Jordan, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Künzelsau. "Erfolgreich, innovativ, zukunftsweisend" - so erlebe sie die Eichendorffschule.

"Hohen Respekt" für das, was die Eichendorffschule leistet, zollte Sebastian Henke, der Personalchef von Voith Turbo. Crailsheims größter Arbeitgeber und die Schule arbeiten schon seit 20 Jahren beim Thema Berufsorientierung eng zusammen.

Ein Thema, das Manfred Koch bis heute sehr wichtig ist. Deshalb sind diese Kooperationen längst auf andere Partner ausgedehnt worden. Dabei sind unter anderem Bosch, Baufirma Weiss, Groninger, HBC, DB Schenker und das Wolfgangstift. Der Erfolg Schule hängt davon ab, ob sie es schafft, ihre Schülerinnen und Schüler ausbildungsfähig zu machen. Dies gelingt der Eichendorffschule in ganz besonderem Maße.

Schüler sollen mehr können als rechnen, schreiben und lesen

Schulleiter Manfred Koch untermauerte den Anspruch der Schule mit Zahlen: 35 Prozent der Schüler gehen nach dem Hauptschulabschluss, also nach Klasse 9, in eine berufliche Ausbildung, weitere 35 Prozent streben die mittlere Reife in einer zweijährigen Berufsfachschule an und die restlichen 30 Prozent wollen den mittleren Bildungsabschluss im zehnten Schuljahr an der Eichendorffschule machen. Nach dieser Klasse 10 gehen 60 Prozent der Schüler mit mittlerer Reife in eine Ausbildung, die restlichen 40 Prozent setzen ihre schulische Laufbahn im Berufskolleg oder im beruflichen Gymnasium fort und schließen mit der Fachhochschulreife oder gar der Hochschulreife ab. Und dann können sie studieren. Das ist der besondere Anspruch der Eichendorffschule: Einerseits will sie den jungen Menschen eine umfassende Bildung gerade auch im musisch-kreativen Bereich angedeihen lassen, auf der anderen Seite will sie zum Ende von Klasse 9 oder 10 "leistungsfähige Schulabgänger" ins Leben entlassen, die weit mehr können, als rechnen, schreiben und lesen.

Wie diese Grundfertigkeiten vor Einweihung der Eichendorffschule vermittelt worden sind, erläuterte Stadtarchivar Folker Förtsch in seinem Vortrag über die Zeit von 1945 bis 1965. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Fliegerhorstschule, die Vorgängerin der Eichendorffschule.

Der Abschlusssatz von Folker Förtsch „West is best!“ fand bei allen Zuhörern breite Zustimmung.

Eine sehr vielfältige Gemeinschaft

Die Wortbeiträge wurden von den Schülern der Eichendorffschule bunt umrahmt:

Die 10. Klasse verdeutlichte die Leitsätze: „Chancen geben“, „Gemeinschaft erleben“, Verantwortungsbewusstsein entwickeln“, „Respektvollen Umgang miteinander pflegen“ und „Freude, Motivation und Leistungsbereitschaft aufbauen“ in Form von großformatigen schwarz-weiß- Bildern äußerst beeindruckend. Diese entstanden im Kunstunterricht.

Auf die Suche nach dem „Jubilar“ begaben sich die dritten und vierten Klassen in einem eigens für das Jubiläum geschriebenen szenischen Spiels. Am Ende des Stücks zeigte sich, dass man der ganzen Schulgemeinschaft zum Jubiläum gratulieren darf: „Wir alle zusammen- wir sind die EDS!“

Ergänzt wurde das Stück von einem bunten Tanz zum Geburtstagslied „Wie schön, dass du geboren bist!“.

Die Tanzdarbietung der beiden 9. Klassen zu „A Chorus Line“ begeisterte das Publikum. Synchron wussten sich die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne zu bewegen und die Musik in Tanz umzusetzen!

Die Bläserklasse unter Leitung von Sandra Freisinger sorgte für klangvolle Momente über den Abend verteilt.

Der „Taugewas“ (Oliver Losert), ein „Geschenk“ Eichendorffs an die Schule, führte durch das Programm und verzauberte mit seinen Worten und seinem Gesang das Publikum! Der „Taugewas“ ist auch die Hauptperson in der Festschrift zum 50 jährigem Jubiläum der EDS. Diese kann man weiterhin im Sekretariat der Eichendorffschule zum Preis von 8 Euro käuflich erwerben.

Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse trugen auf eindrucksvolle Art und Weise das Lied Eichendorffs: „Schläft ein Lied in allen Dingen“ vor.

Am Ende standen dann alle noch einmal gemeinsam auf der Bühne und der Eltern- Lehrer- Schüler- Chor präsentierte die Vertonung von Eichendorffs Wünschelrute. Dies bildete den besonderen Abschluss eines ganz besonderen Abends an der Eichendorffschule.


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