Gute Beziehung ist der Schlüssel


Ich komme immer gern in die Schule“, sagt Oliver Grau mit Nachdruck. Und damit meint er nicht nur seine neue Wirkungsstätte, die Crailsheimer Eichendorffschule, deren Rektor er seit diesem Schuljahr ist, sondern auch seine alte Schule in Rot am See. Die hat er nämlich – bei aller Freude auf die neue Aufgabe in Crailsheim – mit Wehmut verlassen.

Dass der 41-Jährige jeden Morgen gern in die Schule geht, liegt vor allem daran, dass er hier mit Menschen zu tun hat – mit Schülern und Kollegen – und dass er sich bewusst ist, dass seine Arbeit wertvoll und sinnvoll ist. „Es ist mir wichtig, die Schüler in gutem Klima vorzubereiten auf das zukünftige Leben“, sagt er.

Es gehe nicht nur darum, Mathe, Deutsch und gutes Fachwissen zu vermitteln, sondern auch um gesellschaftspraktische Dinge. „Kinder können in der Schule viele Erfahrungen machen, die über das Schulische hinausgehen. Das ist besonders an der Eichendorffschule mit ihren musikalischen, künstlerischen  und technischen Angeboten gut möglich.“ Die Gemeinschaftsschule mit ihren drei verbindlichen Nachmittagen biete genau den richtigen Spielraum dafür.

Aber auch schon im Grundschulbereich, in dem 112 Kinder freiwillig vier Nachmittage in der Schule verbringen, zeige sich, dass die Eichendorffschule auf einem guten Weg ist, der von den Eltern angenommen werde. Das belegten auch die Anmeldezahlen: Jedes Jahr entschieden sich mehr Schüler für die Gemeinschaftsschule. Die Klassen 5, 6 und 8 werden inzwischen dreizügig geführt. Grau: „Man kann festhalten: Wir sind keine Auffangbecken-Schule. Es ist nicht so, dass sich mit der Reform nur das Namensschild geändert hat.“ An der Gemeinschaftsschule gebe es Spielräume, die man nutzen könne.

Das weiß Oliver Grau nicht erst seit er in Crailsheim Schulleiter ist. Als Schulleiter in Rot am See hat er hier 2012 die Grund-, Haupt- und Werkrealschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt, übrigens die erste im Landkreis.

Der Wechsel an die größere Eichendorffschule fiel ihm nicht schwer. „Die verwaltungstechnischen Aufgaben und die Führungsaufgaben sind natürlich ähnlich“, sagt Oliver Grau, „allerdings ist es vom Schulprofil, von den Gegebenheiten und von der Atmosphäre her ein anderes Arbeiten.“ Außergewöhnlich findet er das gute Schulklima an der Eichendorffschule.

Oliver Grau ist in Schwäbisch Gmünd geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und verbrachte seine Referendarszeit in Schwäbisch Hall, bevor er 2003 seine erste Stelle an der Leonhard-Sachs-Schule in Crailsheim antrat. Ein Jahr später zog er nach Crailsheim, wo er mit seiner Ehefrau und seinen zwei Söhnen lebt. 2007 wurde Grau Konrektor der Schule in Rot am See und ein Jahr später Schulleiter.

In seiner Freizeit steht die Familie an erster Stelle. „Wenn ich heim gehe, bleibt die Schule in der Schule. Ich finde es wichtig, den Kopf frei zu bekommen und sich den anderen schönen Dingen des Lebens zuzuwenden.“ Dem Jugendfußball beispielsweise: Oliver Grau ist mit Begeisterung Trainer der F- und E-Jugend des TSV Crailsheim. Kinder motivieren, fördern und fordern, das kann er gut. Wie gut, dass er sich letztlich doch für den Lehrerberuf entschieden hat. Zuerst hatte er nämlich mit einer Karriere in der Bank geliebäugelt.

Aus seiner eigenen Schulzeit hat Grau in Erinnerung behalten, dass ihm das Lernen leichter fiel, wenn er einen guten Draht zu seinem Lehrer hatte. Diese Erfahrung beherzigt er heute als Lehrer: „Eine gute Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist der Schlüssel.“ Diesen Schlüssel hat Oliver Grau nun von Rot am See mit nach Crailsheim gebracht.


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